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Körper als Projektionsfläche

»Ahnfrauen« von den Rabtaldirndln eröffnete das frau* macht theater-Festival

Das dritte frau* macht theater-Festival des Societaetstheaters hat sich den Körper der Frau als Hauptthema gewählt, und so passt es ganz wunderbar, dass das Eröffnungsstück von einer übergroßen Stofffrauenfigur auf der Bühne dominiert wird, die zunächst nur schiere Körperlichkeit vermittelt, im Verlauf des Abends aber so viel mehr sein wird. 


Die Beziehung zur Mutter â... mehr

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Glaubensvolles Sterben

Historie an der Semperoper, bedrückend aktuell: Die »Dialoge der Karmelitinnen« von Francis Poulenc

Wenn nach dem letzten Ton geschwiegen wird, ist das ein gutes Zeichen im Musiktheater. Die Menschen sind berührt, vom Bühnengeschehen ergriffen und lassen das Kunsterlebnis erst einmal nachklingen. Diesem Schweigemoment ist nach der Premiere von Francis Poulenc’ Meisterwerk »Dialogues des Carmélites« (»Dialoge der Karmelitinnen«) in der Semperoper ein Sturm der Begeisterung gefolgt. Zu... mehr

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Zumindest das Theater kann die Welt noch retten

Volker Lösch führt in Dresden den einfältigen „Candide“ Voltaires als Anwalt der Apokalypsebewussten vor

Die treffende Kurzkritik zur Inszenierung lässt Goethe schon einen gewissen Torquato Tasso formulieren: „So fühlt man Absicht, und man ist verstimmt!“ Die 68 Seiten Text von Soeren Voima hatten hingegen die Erwartungen eher hochgeschraubt. Der lässt den einfältigen „Helden“ Candide aus der Voltaire-Vorlage von 1759 originellerweise erst im Jahr 1990 auf seine Weltreise starten. Nun ... mehr

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Ein kurzer Abend mit „Abschied“

Dresden-Premiere der Dresden Frankfurt Dance Company

Eigentlich hatte ich mich auf diesen Abend mit zwei Liedern aus Gustav Mahlers Liederzyklus „Das Lied von der Erde“ gefreut. Der israelisch-französische Choreograf Emanuel Gat gastierte mit einer interessanten Produktion seines eigenen Ensembles vor einiger Zeit im Festspielhaus HELLERAU. Jetzt war er als Gastchoreograf der Dresden Frankfurt Dance Company zurückgekehrt. Im Programmheft an... mehr

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Um zwischen den Welten zu schweben

Zwei Ballettpremieren an der Semperoper

Wegen Abwesenheit der Dresdner Staatskapelle, die auf zehntägiger Gastspielreise in China weilt, musste der neue Ballettabend des Semperoper Ballett planmäßig mit Musik vom Tonträger konzipiert werden. Eine durchaus gängige Methode im zeitgenössischen Tanz, der sich gerade über stilistische Offenheit und musikalische Vielseitigkeit definiert.  Unter dem Titel WINGS AND FEATHERS brac... mehr

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Ein feministisches Theaterereignis

Laura Linnenbaums Inszenierung von »Endstation Sehnsucht« im Schauspielhaus lebt von sinnlicher Fülle

Ein Theaterereignis, unbedingt! Sinnliche Eindrücke, die lange nachwirken. Fülle, Fülle, Fülle. Von allem fast zu viel. Aber eben nur fast. Nach dem Besuch der aktuellen Inszenierung von Tennessee Williams’ »Endstation Sehnsucht« im Staatschauspiel Dresden lebt man noch geraume Zeit im Kosmos der Bilder, die die Arbeit von Regisseurin Laura Linnenbaum ausmachen, und denen, die sie hervo... mehr

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Bergwerk auf der Opernbühne

Zur Uraufführung der Oper »Rummelplatz« in der Kulturhauptstadt Chemnitz

Das Warten hat ein Ende. Seit Monaten ist ganz kräftig auf die Uraufführung der Oper »Rummelplatz« am Chemnitzer Opernhaus eingestimmt worden. Sie sollte der Höhepunkt im Europäischen Kulturhauptstadtjahr 2025 werden, Regional- und Zeitgeschichte auf die Opernbühne bringen, den vielleicht berühmtesten aller verbotenen deutschen Nachkriegsromane erstmals fürs Musiktheater adaptieren.mehr

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Heimkehr nach Dresden

Nahuel Häfliger und seine erste Premiere am Staatsschauspiel Dresden

Im Schauspielhaus inszeniert Laura Linnenbaum den amerikanischen Klassiker „Endstation Sehnsucht“. Eine der Hauptfiguren in Tennessee Williams’ 1948 mit dem Pulitzer-Preis geehrtem Meisterwerk spielt der in Buenos Aires geborene und in Basel aufgewachsene Nahuel Häfliger. Nach dem Studium an der Bayerischen Theaterakademie war er von 2011 bis 2015 bereits in Dresden engagiert und spielte... mehr

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Die Macht des Prinzenschicksals

Die Serkowitzer Volksoper veralbert mit der „Prinzenrolle“ musikalisch gekonnt das Herrschaftsgebaren

Schleicht sich da unheimlich ein Trend an auf deutschen Bühnen voran bei der Serkowitzer Volksoper? Denn ein Gespenst geht um in Eurasiamerikanien, das Gespenst des Despotismus. Wie kommen „die da oben“ nach oben, wenn nicht durch uns straff regiert werden Wollende? Dann diktieren sie in einer Weise, die selbst Caligula oder Nero noch als aufgeklärte Exponenten der Sanftmut erscheinen lä... mehr

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Mehr Zirkus gibt es höchstens im Stadtrat

Der vierte Jahrgang des Zirkustheaterfestivals mit einem grandiosen Auftakt

Wenn Tucholsky das Theater ein Hustenhaus nannte, so muss das Zirkuszelt als ein Schwitzhaus gelten. Zum Auftakt des vom Societätstheater ausgerichteten Zirkustheaterfestivals wedelte sich das Publikum im Zelt am Alaunpark artistisch Luft mit allem zu, was als Fächerersatz dienen konnte. Zuweilen erfrischte sogar ein Stoß kühler Luft von gottweißwoher den perlenden Rücken. Denn dieser Fre... mehr

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Starkes Herz in schwacher Brust

„Ein Sommernachtstraum“ – das Sommertheater des Staatsschauspiels im Japanischen Palais

Es gibt kaum ein Stück des englischen Theaterzauberers William Shakespeare, das sich mehr für ein Vergnügen in lauer Sommernacht eignet, wo sich Spiellust mit klugem Witz, philosophischen Weltentwürfen und den unendlich vielfältigen Verwirrmöglichkeiten der Liebe paaren.


Spielt doch der Meister der Vielschichtigkeit in diesem Stück mit gleich vier verschiedenen Ebenen. Da gib... mehr

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Unversöhnliche Liebe, unversöhnlicher Hass

»Roméo et Juliette« von Charles Gounod an der Semperoper illustriert glaubensvolle Ausweglosigkeit in düsterem Grau

Das bekannteste Liebespaar der Welt ist das tragischste Liebespaar der Welt. Das tragischste Liebespaar der Welt ist das berühmteste Liebespaar der Welt. Über Jahrhunderte hinweg wurde es so vielfältig dargestellt und abgebildet, dass es seit Generationen schon als Metapher für unlebbare Liebe gilt.


Der Franzose Charles Gounod brachte seine neben dem »Faust« von 1859 wohl berÃ... mehr

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Sieben Stunden Castorf – Was bleibt?

„Dantons Tod“ von Georg Büchner unter Verwendung von "Der Auftrag" von Heiner Müller am Staatsschauspiel Dresden

Als ich endlich zuhause ankam, war es 2.15 Uhr. Nach sechsdreiviertel Stunden Theater, in denen ich mit Bildern, Texten und Musik regelrecht abgefüllt worden war, wollte ich nur noch ins Bett. Andere waren schon in der Pause (nach dreieinhalb Stunden!) gegangen, wieder andere fühlten sich offenbar gut unterhalten. Ich möchte meine Reflexionen über diesen in vielerlei Hinsicht voluminösen T... mehr

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Was es heißt, „nein“ zu sagen

Die weiße Rose – das Frühwerk von Udo Zimmermann wieder entdeckt

Bereits zum 32. Mal finden in Dresden seit dem 28. März mit Schwerpunktveranstaltungen in HELLERAU (und mit dem ursprünglichen Namen) die Tage der zeitgenössischen Musik statt. Unter der künstlerischen Leitung von Moritz Lobeck sind zahlreiche internationale und lokale Künstler:innen, einige der renommiertesten Ensembles zeitgenössischer Musik sowie außergewöhnliche Nachwuchsprojekte zu... mehr

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Fallada auf roter Bonzenjagd

Tom Kühnels siebter Dresdner Streich zeigt Falladas Erfolgsroman „Bauern, Bonzen, Bomben“ als bildgewaltige Allegorie auf 500 Jahre Bauernkrieg

Kleist, Napoleon, Hübner, Gundermann – Theatermacher Tom Kühnel springt in seinen Dresdner Stoffen seit seiner wilden Startperformance „Wir sind auch nur ein Volk“ imposant zwischen Zeiten und Größen hin und her – mittlerweile sind es sieben Streiche in knapp sieben Jahren, er prägt somit den Dresdner Spielplan, es sind stets zwei, manchmal (so wie derzeit) gar drei verschiedene In... mehr

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Letztlich ist die Welt ein Klang

Oper und mehr in der kommmenden Spielzeit der Semperoper

Es war der Weltglückstag und ein gutes Omen für die Spielzeitpräsentation 2025/2026 im sonnig überstrahlten oberen Foyer der Semperoper. Intendantin Nora Schmidt konnte froh gelaunt nicht nur ein spannendes, abwechslungsreiches Programm für die nächste Spielzeit ab 28. August 2025 vorstellen, sondern gemeinsam mit ihrem Kaufmännischen Geschäftsführer Wolfgang Rothe auch eine positive B... mehr

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Cis-Mann auf eingeredeter Identitätssuche

Sympathisch harmlos will sich in Hellerau ein Hetero als Problemfigur entdecken

Wer bislang nicht einmal wusste, dass er ein Cis-Mann ist, sich also so fühlt, wie er aussieht, die damit verbundenen ungeheuren Schwierigkeiten nicht einmal ahnte, in diesen hyperglücklichen Zeiten aber auch gern ein Problem hätte, um dazuzugehören, der pilgere noch bis Sonnabend nach Hellerau. Zur Verunsicherung taugt die freie Inszenierung „Ein Mann/Ein Wort“ allemal. Und sei es nur,... mehr

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Mehr Farbe, Magie und Spaß …

»Das Kind und der Zauberspuk« an der Semperoper – eine Kinderrezension mit KI

Der folgende Text ist eine Rezension von einer jungen Zuschauerin (11 Jahre), erstellt mit Hilfe von KI.


Ich war sehr gespannt auf die Premiere von »Das Kind und der Zauberspuk« von Maurice Ravel an der Semperoper, weil ich noch nie eine Oper in so einem großen Haus erlebt habe. Was ich gesehen habe, war doch anders als erwartet.


Die Bühne war fast die ganze Zeit seh... mehr

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Eine Premiere, zwei Meinungen

Doppelrezension zu "Die Ratten" am Staatsschauspiel Dresden

Idealismus im Endstadium? Traurige Wahrheiten im Theater
Fast eine Uraufführung: »Die Ratten« nach Hauptmann


Fünf Frauen, fünf Männer. Zehn Typen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Hier prallen Welten aufeinander, Charaktere und Abgründe. Allenfalls die Schwager Paul und Bruno haben noch eine gewissermaßen... mehr

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Wir sind Nijinsky

Der Choreograf John Neumeier und das Ballettensemble werden in der Semperoper gefeiert

Das Ballett „Nijinsky“ schuf der Hamburger Ballettchef John Neumeier für seine langjährige Ballettcompanie vor 24 Jahren. Mit Leben und Wirken des 1889 in Kiew geborenen und früh zu Weltruhm gelangten Tänzers Vaslaw Nijinsky beschäftigte er sich in seiner amerikanischen Heimat Cleveland jedoch bereits in der Kindheit. Über Jahrzehnte seines eigenen künstlerischen Wirkens schuf er ein... mehr

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Es wird ein Teil unseres Lebens gewesen sein

Kollektive Erinnerungsarbeit am Kleinen Haus – "Der Komet" nach dem Buch von Durs Grünbein

„Erinnerung – das ist kein Kuchen, den man in Ruhe backen kann. Eher ist es wie mit den Quallen im Meer, die plötzlich da sind, um einen herumschweben, den Schwimmer mit ihren Nesselfäden streifen, und dann wieder erscheinen sie in weiter Ferne, und man sieht zu, wie sie majestätisch dahinziehen, während man selbst umherirrt, richtungslos, in einem Element, in dem man nur um sein Leben ... mehr

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Justitia kann auch lächeln

Juristen zwinkern an der Bürger:bühne ein wenig hinter der Augenbinde

Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand, sagt das Sprichwort. Aber wer möchte angesichts der Unberechenbarkeit Gottes vor Gericht schon in Gottes Hand sein? Dann schon lieber mit solchen Typen zu tun haben, wie sie »Justitia« an der Bürger:Bühne des Staatsschauspiels zeigt. Der Untertitel hätte lauten können »Juristen sind auch nur Menschen«. Also Subjekte, die sich um obj... mehr

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Europa passt ins Kleine Haus

Ab 14. November läuft wieder das »Fast Forward«-Festival für junge europäische Theaterregie

Das Programmheft des Festivals »Fast Forward« zeigt auf der Umschlagseite einen kauernden Spieler mit Hundekopf. Entlehnt ist es dem achten und letzten Beitrag der vier Festivaltage aus Italien. »Stinker-Konzert auf vier Pfoten« nennen die Geschwister Sinigaglia ihre Performance über den Müll und die Deformationen ihrer Stadt, die Privateigentum und Touristen hinterlassen. Der Hund sinnie... mehr

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Alles auf Hoffnung im Bräustübel

1001 Märchen bitten zum Spielzeitauftakt am am 6. und 7. September

Am 6. und 7. September bietet das Theater im Bräustübel am Blauen Wunder alles auf, was es hat. Das gesamte Ensemble von 1001 Märchen – immerhin 20 freie Künstlerinnen und Künstler – lädt jeweils um 19 Uhr ein zur Eröffnung der Spielzeit 2024/25. Das Motto: Alles auf Hoffnung. So kann man das ganze Spektrum an Märchen und Geschichten mit Musik, orientalischem Bauchtanz und Gesang er... mehr

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Kampfreiche Ode an den Frieden

Holger Kahls actionreicher "Shatterhand" auf der Felsenbühne Rathen

Schon seit 1938 heißt der Stärkste im Wehlgrund fast immer Shatterhand. Nur von 1943 bis 1984 nahm jener sich eine ideologische Auszeit. Seither verkörpert er wieder das Gute im gemeinen Sachsen und formte gemeinsam mit seinem Blutsbruder Winnetou hernach per humanistischer Lektüre Hunderttausende Besucher zu edlen Indianerverstehern und Cowboygegnern.


Seit 1995 war es Olaf Hör... mehr

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Totale Offenheit für den Moment

Nachgefragt bei Johanna Roggan, Dresdner Tänzerin und Choreografin und neu in der Dresden Frankfurt Dance Company

Johanna Roggan studierte Tanz in Nürnberg, Berlin und Linz. von 2008 bis 2ß10 lebte und arbeitete sie in Israel. Neben eigenen Produktionen tanzt sie für verschiedene Choreografen, arbeitet an festen Häusern (Staatsschauspiel Dresden, Oldenburgisches Staatstheater) als Choreografin und Co-Regisseurin und gibt Workshops in zeitgenössischen Tanz, sound specific movement for interactive envir... mehr

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Baustelle Geschlechter­gerechtigkeit

Der März ist weiblich im Societaetstheater

»Sie soll sich das Dazwischenrufen abgewöhnen!« Solche und andere, sich zu Glaubenssätzen verhärtende Kommentare, kennt Kathleen Gaube aus der eigenen Biografie. Doch sie hat sich letztendlich nicht die eigene Stimme verbieten lassen. Geboren 1967 in Ostberlin, war sie von 1990 an als Schauspielerin viele Jahre am Neuen Theater Halle. In Dresden wagte sie nach einer langen Kindererziehungs... mehr

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Live-Choreographie

Neue Tanzproduktionen in Hellerau

Im Dezember ist im Festspielhaus Hellerau wieder erfreulich viel Tanz zu erleben. Das Augenmerk auf sich zieht sicher die erste Produktion des neuen künstlerischen Leiters der Dresden Frankfurt Dance Company. Der gebürtige Grieche Ioannis Mandafounis studierte am Pariser Konservatorium, tanzte bei Kompagnien wie dem Nederlands Dance Theater und sieben Jahre auch bei William Forsythe. Seit meh... mehr

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Junge Regie!

DAS FESTIVAL FAST FORWARD VOM 2. BIS 5. NOVEMBER

Jährlich im November präsentiert das Festival in vier Tagen Inszenierungen aus ganz Europa von Künstler*innen, die als Regisseur*innen noch am Anfang ihrer Laufbahn stehen. Ziel ist es, zu zeigen, wie vielfältig das aktuelle junge Theater ist, dem Publikum überraschende Aufführungen vorzustellen und dem europäischen Nachwuchs eine Plattform zu bieten, die zugleich Begegnungsort, Marktpla... mehr

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Quer und queer durch Sachsen und seinen näheren Osten

Feministisches, aber sich in Anspielungen erschöpfendes Sachsen-Theater von Missingdots in Hellerau

Mit wenig Fantasie lässt sich die bewegliche Bühnenbrücke im Nancy-Spero-Saal des Festspielhauses Hellerau als die Görlitzer Europabrücke über die Neiße interpretieren. Überquert bekanntlich überwiegend von den niederschlesischen Sachsen Richtung Einkauf in Polen. Die Produktion „Im Osten nichts Neues oder Wer wem den Hintern auswischt“ handelt nun von den aus der Gegenrichtung kom... mehr

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Zeitgeistige Lebensquellsuche

Die Sandsteinspiele servieren eine gediegene Wasserbadsuche mit Zeitgefühl

Auch die Sandsteinspiele gehören zu den (von der puren Anzahl her) raren Kulturhelden, die in allen Sommern der dritten Dekade des dritten Jahrtausends der Menschheit unterm Kreuz gnadenlos durchspielten und damit unsterblich in die sächsische Landesgeschichte eingehen.


Fest steht: Die Sparte Landschaftstheater ist als Mischform aus Naturspaziergang und Volkstheater mit der Umwelt... mehr

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Ein Clown als Meisterbürgermeister

Die Serkowitzer Volksoper präsentiert in der Saloppe »Böser Clown«

Volksoper, Klappe, die 13.: Im siebten Jahr in der Sommerwirtschaft Saloppe gastierend, geht die Reise der neuen Premiere gen Italien, weil dort Ferruccio Busoni, Sohn einer deutschstämmigen Pianistin aus Triest, der mit sieben schon Klavierkonzerte gab und die ersten acht Stücke auf dem Buckel hatte, geboren ward. In seiner Vita, 1924 in Berlin geschlossen, stehen auch vier Opern, darunter e... mehr

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Exklusiv für alle

Das Staatsschauspiel präsentierte seine Spielzeit 2023/2024

Im Schauspielhaus Dresden stellten Intendant Joachim Klement und Chefdramaturg Jörg Bochow das Programm der Spielzeit 2023/2024 vor. Ihre eigenen Inszenierungen und Projekte beschrieben Charlotte Orti von Havranek / Leiterin des Festivals FAST FORWARD, die Hausregisseurinnen Lily Sykes und Daniela Löffner sowie Tobias Rausch / Leiter der Bürgerbühne. „Kunst und Kultur leben vom Spiel der ... mehr

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Alles was ist, endet

Wohl der letzte Thielemann-Ring in der Semperoper

Christian Thielemann schenkt der Elbmetropole wohl gerade seinen letzten Ring während seiner Dresdner Schaffensperiode. Damit ist nicht eine Juwelierarbeit gemeint, sondern Wagners Mammut-Werk „Der Ring des Nibelungen“, eine Abfolge von vier Opern, die oft als Tetralogie bezeichnet wird, aber eher eine Trilogie mit einem Vorspiel ist. An vier Abenden (der zweite Zyklus wird zwischen dem 5.... mehr

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Die Kunst des Lebens

»Pippin« hat an der Operette Premiere

Vier Tony Awards erhielt die neue Fassung von »Pippin«, nachdem sie in einem großen Revival am Broadway 2013 gefeiert worden war. Dieses Musical um einen jungen Mann auf dem Weg ins »richtige« Leben ist ein inzwischen legendäres Meisterwerk des Komponisten Stephen Schwartz, dem vierfachen Grammy- und dreifachen Oscar-Preisträger. Nicht zu vergessen: Die Originalver­sion des Musicals ins... mehr

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Gekonnt destilliert

Cie. Freaks und Fremde haben Eugen Ruges Tatsachenroman „Metropol“ auf die Bühne gebracht

Auch wenn Eugen Ruge eher verhalten reagiert haben soll auf den Aufführungsort für die Theater-Interpretation seines Tatsachenromans „Metropol“: es passt. Der piefige Festsaal des ehemaligen Stasi-Gebäudes, im Original wie der ganze riesige Bau von den Sowjets in einer Zeit erbaut, als in Dresden noch bitterste Wohnungsnot herrschte … Wobei es Ruge darum ging, dass das Agieren des DDR-... mehr

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In der selbst geschaffenen Hölle

SAX-Gespräch mit dem Schauspieler und Musiker Christian Friedel vor der »Macbeth«-Premiere am Schauspielhaus

Alles war angerichtet, und nicht nur die Theaterszene in Dresden war voller Vorfreude. Der 21. März 2020 sollte die Premiere von »Macbeth« am Schauspielhaus Dresden bringen. In der Hauptrolle und auf dem Regiestuhl Christian Friedel, der mit seiner Band Woods of Birnam auch für den Soundtrack der Inszenierung verantwortlich war. Die geplanten Vorstellungen bis zur Sommerpause waren damals fast... mehr

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Lieber Hirsch als Gott

Die Serkowitzer Volksoper präsentiert »Dafne auf Naxos« als Zwangsehe von Schütz und Strauss

In voller Üppigkeit und vielleicht sogar runder konzeptionell ausgefeilt als die zehnte und elfte Version: Die Serkowitzer Volksoper präsentiert im Sommer 2022 »Dafne auf Naxos« in der Saloppe und führt uns dabei in ein Kulturhaus im Endzeitmodus in ostdeutscher Provinz. Dort hat ein Kulturhausleiter drei Probleme: Zum letzten Tag des Hauses sind zwei Produktionen zu Gast â€“ eine fesche... mehr

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Ein Kriegsunternehmer als tragische Bühnenfigur

Frank Castorf transformiert Schillers »Wallenstein« im Staatsschauspiel

Wird Wallenstein als ein skrupelloser Warlord gesehen oder als ein Friedensfürst, der mit dem Feind verhandelt? Kann eine aktuelle Schiller-Inszenierung vor der grauenhaften Kulisse des Dreißigjährigen Krieges an der Barbarei des Krieges gegen die Ukraine vorbeigehen? Wird man Schillers stringentes »Dramatisches Gedicht« noch wiedererkennen, wenn sich der jetzt schon überlebensgroße Assozia... mehr

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Die Nacht mit dem Buch der Unruhe

Wie das Dresdner Staatsschauspiel uns wieder um den Schlaf bringen will

Obwohl schon 1982 erschienen, ist das »Buch der Unruhe« noch immer ein Werk voller Rätsel. Und sowohl sein Autor Fernando Pessoa wie auch das Werk selbst gelten vielen als Gründungsmythos der modernern Literatur Portugals. Schon allein die Veröffentlichungsgeschichte ist eine besondere. Der Roman entstand aus einer Unzahl an Zetteln, Fragmenten, an denen Pessoa etwa 20 Jahre lang gearbeitet h... mehr

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Allein, aber nicht passiv

Bei der Onlineperformance »Architecture of Separation« hat das Publikum die Regie

Es ist (leider) das Stück der Stunde: Die Tanzperformance »Architecture of Separation« beschäftigt sich nicht nur inhaltlich mit Corona. Vielmehr hat sich das künstlerische Team um die Tänzerinnen Amy Schönheit, Emily ShawRuss und Charles vor ziemlich genau einem Jahr gefragt, warum gestreamte Theater- und Tanzvorstellungen während des Lockdowns vergleichsweise selten wirklich angeschaut w... mehr

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Geflasht

Analog und digital: Das Festival "Flash Forward"

Wohin geht die Reise? Nach der Pandemie, in der Zukunft, für die nächste Generation? Die diesjährige Ausgabe des europäischen Festivals für junge Regie zeigt Aufführungen aus Polen, der Türkei, Großbritannien, Belgien, Frankreich, Deutschland, Griechenland und Österreich. Sie können sich auf einen neuen spannenden Jahrgang freuen, denn Künstler*innen sind Forschende und viele junge Thea... mehr

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Don't stop me now!

Mitten auf dem Neumarkt führt die Bürgerbühne mit »Asphalt« vor, wie das Auto immer weniger ein Automobil wird

Ich erwische einen SEAT Cupra im schwarzen Leichenwagendesign. Ein erster prüfender Blick sagt: Zu nichts nutze außer zum Schnellfahren, der elektronische Tacho reicht bis 300 KaEmHa. Ein Paar Ski oder ein Fahrrad bekommt man hier jedenfalls nicht unter. Einer von 18 Wagen, die im Kreis auf dem Neumarkt vor Frauenkirchenkulisse aus prämobiler Zeit warten. Nicht Autokino, sondern sozusagen Autot... mehr

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Blaue Offenbarungen

»Blue in mir« im Projekttheater

»Blue in mir« feierte eine Art Uraufführung im Projekttheater. â€“ Mitte Januar 2021! Damals natürlich nicht vor Publikum, aber als engagierte Präsentation mit Verfilmung fürs Netz und einem Nachgespräch am Premierenabend, die den Charakter verriet: Es ist die Begegnung spannender Persönlichkeiten, angefangen bei Helena Fernandino als Inspiratorin.
Die gebürtige Brasilianerin d... mehr

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Letzte Schafe, künftige Gänse

Kein Theater, nirgends. Eine Stimme aus dem leeren Zuschauerraum des TJG