Gesprächskonzert: Der andere Schütz
Heinrich Schütz als Instrumentalist steht oft im Schatten des Komponisten. Dabei zählte der Kapellmeister
nach seiner Lehrzeit bei Giovanni Gabrieli in Venedig zu den gefragtesten Organisten seiner Zeit. An der
Fritzsche-/Weller-Orgel, einer der ältesten erhaltenen Orgeln im Dresdner Raum, lässt Léon Berben mit Wer-
ken von Schütz-Zeitgenossen wie Johann Klemm und Matthias Weckmann in der Alten Kirche Coswig die
Aufführungspraxis des 17. Jahrhunderts lebendig werden.
Das Konzert ist auch eine Annäherung an den Orgelklang des 17. Jahrhunderts. Denn auch wenn sie im
frühen 18. Jahrhundert überholt und dem Zeitgeschmack entsprechend disponiert wurde, so ist die Fritzsche-
/Weller-Orgel als Renaissance-Orgel mit kurzer Oktave und mitteltöniger Stimmung eine Rarität, deren erhal-
tene Substanz auf die Jahre zwischen 1615 und 1624 datiert werden kann.