Die Nashörner
Ein Nashorn! Mitten in der Stadt, am helllichten Tag. Das ist doch nicht zu fassen! Da sind sich alle einig. Alle bis auf einen: Behringer, den die Empörung der anderen zunächst kalt lässt. Doch schon bald tauchen immer mehr Nashörner auf und es wird klar, dass es die Bewohner:innen der Stadt selbst sind, die sich in die kraftstrotzenden Dickhäuter verwandeln. Schnell ist die anfängliche Hysterie einem allgemeinen Hype gewichen und was gerade noch vollkommen absurd erschien, ist schon bald nicht nur normal, sondern sogar erstrebenswert. Schließlich gibt es viele gute Gründe ein Nashorn zu werden und wer weiß denn schon, was gut und was böse ist. Allein Behringer scheint irgendwie immun gegen die grassierende Rhinozeritis. Doch will er wirklich Mensch bleiben oder kann er einfach nur nicht zum Tier werden?
Mit einem spielwütigen, siebenköpfigen Ensemble, viel Humor und Musik untersucht die Inszenierung von Meike Schmitz die Mechanismen der Verführung und fragt nach den Handlungsspielräumen des Individuums in einer konformitätsaffinen Gesellschaft.